Passive Bewegungstherapie

passive bewegungstherapie

In der passiven Bewegungstherapie werden die Bewegungen vom Therapeuten ohne aktive Muskelkontraktion des Patienten ausgeführt.

Die verschiedenen Techniken dienen in erster Linie der Schmerzlinderung, sowie der Erhaltung und Wiederherstellung der Gelenkbeweglichkeit.

Dabei wird das Bewegungsausmaß, die Weichteilelastizität, Gelenkstabilität und Schmerzempfindung beurteilt.

Vorbeugung

Die passive Bewegungstherapie dient zur Vorbeugung von Kontrakturen, zum Erhalt und Verbesserung der Gelenk- und Weichteilfunktion und der Muskelelastizität, sowie der Erhaltung des Bewegungsgefühls und der Einübung neuer Bewegungsabläufe.

Eine intakte Durchblutung ist die Voraussetzung für den Erhalt der Gewebefunktion.

Durch die verbesserte Durchblutung, die während der Bewegungsabläufe entsteht, regen wir den Körper zur Selbstheilung an, wodurch die Versorgung mit Nährstoffen und Sauerstoff wiederhergestellt werden kann. Gerade in stoffwechselarmen Geweben, wie zum Beispiel dem Gelenkknorpel, ist eine ausreichende Durchblutung elementar.

Bewegung =
Ernährung des gelenks

Der Gelenkknorpel besteht aus hyalinem Knorpel, welcher nicht mit Blutgefäßen durchzogen ist und somit durch die um ihn herum befindliche Synovia (Gelenkflüssigkeit) versorgt wird, welche für den Transport von Glukose und anderen Substanzen der Ernährung des Knorpels verantwortlich ist. Als natürliches Schmiermittel setzt sie die im Rahmen der Gelenkbewegung auftretenden Reibung herab.

Teufelskreis

 

Durch Bewegungseinschränkung und Schonhaltung, und die somit nicht ausreichende Bewegung der Gelenke verändert sich die Viskosität der Synovia und ist somit nicht mehr in der Lage den Gelenkknorpel ausreichend mit Nährstoffen zu versorgen. Die Gleitfähigkeit nimmt ab, wodurch Reibung im Gelenk entsteht und hyaliner Knorpel fortlaufend durch Granulationsgewebe und minderwertigen Faserknorpel ersetzt wird. Durch diesen Abbau der Knorpelsubstanz kommt es zu einer Druckerhöhung im Gelenk, die zu Mikrorissen führen kann. Durch diesen Prozess reagiert der Körper mit Reparaturprozessen, welche sich innerhalb und außerhalb des Gelenkes in Form von knöchernen Zubildungen (Exostosen, Arthrosen) bilden, die wiederum die Gesamtsituation im Gelenk weiterhin verschlechtern, zu weiteren Schonhaltungen führen und in einem Teufelskreis enden.

Gelenkmobilisationstechniken ermöglichen es, die Schmierfunktion der Synovia wiederherzustellen und somit für eine ausreichende Ernährung des Knorpels zu sorgen und den fortschreitenden Prozess deutlich zu verlangsamen.