Lahmheitsdiagnostik
gangbildanalyse

Gangbildanalyse

Die Gangbildanalyse ist ein wichtiger Bestandteil der orthopädischen Erstuntersuchung.

Sie verschafft einen Überblick über die Schmerzsituation während der Bewegung bzw. schmerzreduzierenden oder -vermeidenden Schonbewegungen.

Ein normales Gangbild ist durch eine harmonische und koordinierte Bewegung der Extremitäten bei balancierter Haltung des Rumpfes gekennzeichnet.

Abweichungen vom normalen Gangbild geben wichtige Hinweise auf neurologische Erkrankungen und Erkrankungen des Bewegungsapparates.

 

Bei diesen Abweichungen kann es sich zum einen um Lahmheiten oder um Bewegungsstörungen handeln. Lahmheiten definieren sich durch den Verlust der gleichmäßigen Belastung der vier Extremitäten und eine sichtbare Gewichtsumverteilung durch Schmerzen während der Bewegung.

Bewegungsstörungen treten bei orthograder Belastung im Bewegungsablauf einer Extremität auf, wie z.B. schaufeln mit den Vorderpfoten.

ABLAUF

Bei der Gangbildanalyse wird das Tier, soweit wie möglich, in allen Gangarten (Schritt, Trab, Galopp) in unterschiedlichen Geschwindigkeiten vorgeführt. Das Tier wird dabei von allen Seiten betrachtet: Links, rechts, hinten, vorne, oben.

 

Dabei wird auf folgendes geachtet:

  • Gangart überhaupt durchführbar?

  • Gangart ordnungsgemäß durchgeführt?

  • Gangwechsel

  • Wendungsbewegung

  • Körpersilhouette

  • Rückenlinie

  • Kopf-Hals-Haltung und Bewegung

  • Schwingen der Wirbelsäule

  • Schrittlängen (Verkürzung, Verlängerung)

  • Schonhaltung

  • Differenzierung von Lahmheiten (Hangbein-, Stützbeinlahmheit)

  • Bewegungsanomalien (Zehenschleifen)

  • Fußungsfolge

  • Taktreinheit

  • Symmetrie der Muskulatur

  • Zusatzbewegungen der Gelenke

  • Neurologische Auffälligkeiten

Beobachtung

Durch die Beobachtung der Bewegung erhält man Hinweise über die Intensität der im Untersuchungsgang folgenden Palpationen oder anderen Diagnostischen Konsequenzen.

Die Gangbildanalyse steht der Untersuchung bei der Palpation nachgereiht, da die Palpation am Bewegungsapparat das Gangbild verfälschen kann. Die Beurteilung der Bewegung unterstütz die Palpation qualitativ und wird zur Kontrolle des Therapieerfolges mit herangezogen.